Motocross 2018 – Teil 1 MXGP und die Strecken

Eli Tomac in RedBud © redbudmx

In gut 4 Wochen findet in den USA das größte Motocross-Ereignis des Jahres statt. Das Motocross der Nationen auf der ausgezeichneten Strecke von Red Bud (Buchanan) in Michigan. Es ist eine richtige Motocross-Strecke, so wie sie sich jeder Fahrer und natürlich auch jeder Fan wünscht.

Die Strecke in RedBud © steemit

Gelegen in den wunderschönen Hügeln des südwestlichen Michigan – einem Staat mit einer Affinität für den Off-Road-Sport. Die Strecke wurde im Laufe der Jahre verfeinert, aber der berüchtigte Sprung LaRocco’s Leap ist noch immer erhalten. Der Sprung wurde 1991 gebaut und ist mit 37 Metern  der längste Sprung in der US-amerikanischen Motocross-Meisterschaft. Benannt nach Mike LaRocco, der die Idee hatte, inspiriert durch seine persönliche MX-Strecke, wo er auch einen riesigen Jump hatte, genannt Kong. LaRocco war dann auch der Erste, der den Sprung mit seiner 125er meisterte. Aber natürlich geht es nicht nur um diesen Jump, sonder darum, dass es ein Track ist, breit und es geht rauf und runter. Auch die Bodenmischung, griffiger Wiesenboden ist für jede Bedingungen, nass oder trocken, bei allen Fahrern beliebt.

Max Nagl im Trentino © TM Racing SpA

In der MXGP gibt es natürlich auch sehr schöne und anspruchsvolle Srecken. Loket in der Tschechischen Republik, Pietramurata im Trentino/ITA, Matterley Basin in Großbritannien, Teutschenthal bei uns und die wunderschöne Piste von Saint Jean d’Angely in Frankreich und die Bilderbuch-Strecke von Neuquen in Argentinien. Selbstverständlich kann man noch ein paar nennen und auf keinen Fall zu vergessen, Motocross-Strecken die nicht im MXGP-Kalender stehen, so z.B. in Deutschland der Bielsteiner Waldkurs und die Anlage Auf der Wacht in Gaildorf. Wie schon gesagt, wir können hier nicht alle aufzählen, sie ALLE sind wie schon ganz am Anfang gesagt, RICHTIGE Motocross-Strecken und keine Retorten-Strecken.

Clement Desalle 2017 in Indonesien © monster energy

Da sind wir beim Problem, nicht nur das viele Retorten-Strecken einfach nur, wie sollen wir es ausdrücken, schwach oder unwürdig sind, oft sind diese Anlagen dann auch noch in einem Land, wo Motocross so gut wie keine Rolle spielt. Pangkal Pinang und Semarang in Indonesien dieses Jahr, waren Tiefpunkte im WM-Geschehen. Die Strecke in Pangkal Pinang (zum Glück keinen Regenchaos wie 2017), da brauchen wir nicht mehr darüber zu reden, in der MXGP 25 Starter und in der MX2 in Lauf 2 waren 18 Piloten am Start. In Semarang war das Layout des Kurses schon wesentlich besser, allerdings die Anzahl der Starter war noch geringer als eine Woche zuvor in Pangkal Pinang. Bei den jeweils zweiten Läufen in der MXGP 22 Fahrer und in der MX2 wahrhaftig 15! Das Zuschauerinteresse war auch bei beiden Veranstaltungen sehr mäßig.

Jeder hat gedacht, der Tiefpunkt im WM-Kalender ist jetzt vorbei und man erholt sich erst mal von diesen beiden GP’s 2 Wochen später auf der Strecke in Loket. In Loket gab es auf dieser Traditionsstrecke volle Zuschauerränge, die sorgten für eine tolle Stimmung und in der MXGP waren wieder mehr als 35 Fahrer vor Ort. Das man eine Veranstaltung mit einer künstlichen Strecke, vielen Zuschauern und einem großen Starterfeld durchführen kann, hat mal wieder Frauenfeld in der Schweiz bewiesen. Auch wenn ich mir in einem Land wie der Schweiz, lieber eine WM auf einer Strecke wie in Roggenburg anschauen möchte.

Türkei 2018 © youthstream

Vergangenes Wochenende dann der MXGP von der Türkei in Afyonkarahisar. Wieder eine Retorten-Strecke gelegen zwischen 5-Sterne-Hotels, Thermen und Einkaufscentern. In beiden Klassen jeweils 23 Fahrer im Wettbewerb. Reden wir nur von den Jungs in der MXGP, wie gesagt 23 Starter, davon 3 Einheimische die im Zeittraining mit ihren “besten” Rundenzeiten, zwischen 23 und 30 Sekunden langsamer waren, als Julien Lieber/BEL auf Platz 19. Auf Jeffrey Herlings waren es 29 bis etwas mehr als 35 Sekunden. Auch wenn an anderer Stelle geschrieben wurde, ” Alles war perfekt organisiert und blitzblank” oder “Die Strecke war bestens präpariert, das Gelände ist zwar flach, dafür wurden aber mächtige Sprünge aufgeschoben”, da kann man nur mit dem Kopf schütteln, oder am Besten in die nächste Schischa-Bar gehen und die Wasserpfeife bestellen mit der Mischung Hardcore-Spezial. Noch weniger Zuschauer als in Indonesien, von Motocross-Stimmung war überhaupt nichts zu spüren. Und wie lautete es am Ende bei besagter anderen Stelle? “Wer dort war, kommt gerne wieder.” Jeder hat ja eine Meinung, ist auch in Ordnung so, allerdings ein kleines Starterfeld mit 3 extrem schwachen Fahrern auf einer Retorten-Strecke und einer Minianzahl von Zuschauern, braucht kein Mensch!

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Gast
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La Roccos Leap ist nicht der längste Sprung im AMA-MX, und auch nicht der gefährlichste. Der Glen Helen Triple-Step-Up hat angeblich 45 Meter und ist richtig gefährlich, wenn man zu kurz springt, dann könnte es mächtig Aua geben, ähnlich wie bei Gajser in Italien. Der grosse Preis von Anal-tolien war ein echtes G.L.-Event. Klimatisiertes Hotel nebenan,alle “Honoratioren” vor Ort,alle Fahrer, obwohl Ungläubige, wurden auch “Ehrenbürger”, da können sie sich was für kaufen. Damit wird der Ehrenpreis für den besten GP 2018 sicher an den Ort am Ar.ch der Welt gehen. Dass ein Ami die MX2 gewonnen hat,ist eigentlich schon schon… Weiterlesen »