Henry Jacobi gewinnt Titel im ADAC MX Masters

Die neuen Meister 2018 v.l.n.r.: Camden Mc Lellan ( Südafrika / KTM / Kosak Racing Team ) beim ADAC MX Junior Cup 85, Jett Lawrence ( Australien / Suzuki / Team Suzuki Germany ) beim ADAC MX Youngster Cup, Henry Jacobi ( Deutschland / Husqvarna / STC Husqvarna Racing ) beim ADAC MX Masters und Filip Olsson ( Schweden / Husqvarna / Team DIGA-Procross ) beim ADAC MX Junior Cup 125 © Steve Bauerschmidt

Holzgerlingen. Die Titel des ADAC MX Masters 2018 sind vergeben. Bei windigen aber ansonsten guten äußeren Bedingungen fanden 10.000 Zuschauer den Weg an den Schützenbühlring um bei den Titelentscheidungen des ADAC MX Masters live dabei zu sein. Und sie wurden bestens
unterhalten, denn die Rennen boten jede Menge Spannung in allen vier Klassen. Henry Jacobi war mit einem komfortablen Vorsprung von 33 Punkten nach Holzgerlingen gereist und tat im ersten Rennen der ADAC MX Masters Klasse nichts, was seinen Sieg in der Meisterschaft hätte
gefährden können.

Henry Jacobi © Steve Bauerschmidt

Jacobi erwischte einen guten Start, war von Beginn an vorne dabei und auf sicherem Meisterkurs. „Ich hatte mir fest vorgenommen nichts Dummes zu machen und habe den Titel sicher nach Hause gefahren“, freute sich der Bad Sulzaer über seinen ersten Titel im ADAC MX Masters. „Ich habe mir jeden Überholvorgang drei- oder viermal überlegt, damit ja nichts mehr passiert. Ich bin jetzt einfach nur froh, dass ich den Titel gewonnen habe.“

Jeffrey Dewulf spielte bei der Vergabe des Tagessieges in Holzgerlingen keine Rolle, doch dem Belgier genügten die Plätze neun und sechs um sich den Vizetitel zu sichern. „Heute ist es nicht optimal für mich gelaufen“, räumte Dewulf ein. „Aber jeder von uns hatte seine Höhen und Tiefen während der Saison. Insgesamt betrachtet bin ich sehr zufrieden mit meinem Auftritt. Nächstes Jahr möchte ich noch stärker zurückkommen und um den Titel kämpfen.“ Hinter Dewulf durfte Jens Getteman (Monster Energy Kawasaki Elf Team Pfeil) auf Platz drei des Gesamtsiegertreppchens klettern. Der Belgier kam trotz einer Nullrunde im letzten Lauf auf Gesamtrang drei. Knapp vor Max Nagl (TM Factory Racing), der im ersten Rennen in Holzgerlingen mit Platz zwei ein sensationelles Comeback nach einer langen Verletzungspause feiern konnte. In Durchgang zwei musste der 31-Jährige jedoch vor dem regulären Ende des Rennens aufgeben. „Ich hatte mich im ersten Durchgang ziemlich ausgepowert und bin natürlich nach der langen Pause noch nicht in Topform“, erklärte Nagl seine Aufgabe. „Ich wollte kein unnötiges Risiko eingehen und keinen Sturz riskieren.“

Hunter Lawrence © Steve Bauerschmidt

Den Tagessieg konnte sich erneut Hunter Lawrence (KMP-Honda-Racing) in beeindruckender Manier erkämpfen. Der Australier rückte in Holzgerlingen auf der 450er Honda aus und demonstrierte auch auf dem großen Motorrad seine außergewöhnliche Klasse. „Ich wollte hier einfach mal Spaß auf dem stärkeren Bike haben und das ist mir auch gut gelungen“, lachte der Australier. „Zwei Siege sind ein super Abschluss meiner Saison in Deutschland.“ Obwohl der Australier verletzungsbedingt nur bei vier von sieben Rennen startete, konnte er in der Gesamtwertung den fünften Rang belegen.

Komplettiert wurde das Tagespodium in Holzgerlingen mit Jordi Tixier (KTM Sarholz Racing Team) und Jeremy Delince (KMP-Honda-Racing). Während Tixier sich mehr vorgenommen hatte und nicht ganz zufrieden mit seinem Auftritt war, freute sich Delince über die Treppchenplatzierung. „Ich hatte mir ja in Möggers den Fuß gebrochen“, so Delince. „Das hat mich lange eingebremst, aber gegen Ende der Saison bin ich immer besser in Fahrt gekommen.

ADAC MX Youngster Cup

Im ADAC MX Youngster Cup wurde die Meisterschaft zwischen Jett Lawrence (Team Suzuki Germany) und Roland Edelbacher (Dimoco Europe Racing/KTM) entschieden. Lawrence war bereits mit einem Vorsprung von 13 Punkten zum Finale gereist und verbesserte seine Ausgangsituation mit einem Sieg im ersten Rennen ganz erheblich. Dabei war der Teenager gar nicht optimal ins Rennen gekommen, kämpfte sich jedoch mit enormem Biss nicht nur an Edelbacher vorbei, sondern bis an die Spitze nach vorne.

Jett Lawrence © Steve Bauerschmidt

„Ich konnte gleich in der ersten Runde einige Plätze gutmachen“, freute sich der 15-Jährige über seinen starken Auftritt. „Danach habe ich einen guten Rhythmus gefunden und konnte das Rennen gewinnen. Weil Edelbacher nicht über Platz fünf hinauskam, ging Lawrence mit 22 Punkten Vorsprung ins alles entscheidende Finale und beschränkte sich dort aufs Nötigste. „Mein Start war nicht schlecht und ich lag schnell in den Top Ten“, freute sich der Australier. „Danach bin ich kein unnötiges Risiko mehr eingegangen und habe den Titel mit dem siebten Platz sicher nach Hause gefahren.“

Edelbacher trumpfte im letzten Rennen nochmal richtig auf und kämpfte in der Schlussphase mit Dylan Walsh (Team Diga-Procross/Husqvarna) um den Sieg. „Auch wenn es natürlich nichts mehr gebracht hätte, wollte ich trotzdem gerne den letzten Lauf gewinnen“, schilderte der Österreicher seine Motivation. „Es hat nicht ganz geklappt, aber ich war ganz knapp dran und kann deshalb zufrieden mit meinem Auftritt sein. Wirklich ärgerlich war der Reifenschaden beim Rennen in Gaildorf, aber das lässt sich jetzt nicht mehr ändern. Also muss ich zufrieden sein mit dem Vizetitel.“

Dylan Walsh © Steve Bauerschmidt

Walsh hatte sich mit dem Sieg in Durchgang zwei auch den Tagessieg gesichert und zeigte sich zufrieden mit seinem Auftritt, auch wenn er Richard Sikyna (JD Gunnex KTM Racing Team) in der Gesamtwertung nicht mehr abfangen konnte und sich mit dem vierten Meisterschaftsrang hinter dem Tschechen abfinden musste. „Es war nicht einfach Edelbacher hinter mir zu halten“, schilderte der Neuseeländer die Schlussphase des Rennens. „Aber mit dem Sieg konnte ich mich ordentlich von meinem Team verabschieden. Die Jungs haben viel für mich getan.“

ADAC MX Junior Cup 125

Im ADAC MX Junior Cup 125 fiel die Vorentscheidung im Titelkampf schon früh im ersten Rennen am Sonntagvormittag. Mit Filip Olsson (Team Diga-Procross/Husqvarna) und Raf Meuwissen (Raths Motorsports/KTM) hatten beide Favoriten einen guten Start erwischt und lagen zunächst unter der besten Fünf. Doch in der dritten Runde hatte Meuwissen einen kleinen Ausrutscher und fiel auf den achten Rang zurück. Während Olsson sich auf den dritten Rang verbessern konnte, musste sich Meuwissen abgeschlagen mit Platz 7 zufriedengeben und verlor dabei weitere vier Punkte auf Spitzenreiter Olsson. Trotzdem wurde es im letzten Rennen noch mal richtig spannend, als Meuwissen vier Runden lang in Führung und damit auf Titelkurs lag. Doch der Niederländer zeigte erneut Nerven und musste zum zweiten Mal zu Boden. „Was soll ich sagen, das war natürlich extrem ärgerlich“, gab Meuwissen zu. „Aber es lässt sich nicht ändern. Ich habe mein Bestes gegeben aber es hat nicht gereicht. Glückwunsch an Filip!“

Raf Meuwissen ( Niederlande / KTM / Raths Motorsports ) und Filip Olsson ( Schweden / Husqvarna / Team DIGA-Procross ) © Steve Bauerschmidt

Olsson war nicht gut ins Rennen gekommen, doch der Schwede blieb ruhig und profitierte am Ende vom Missgeschick seines Konkurrenten. „Es war heute ganz schön eng“, gab Olsson zu. „Ich habe trotzdem versucht mich aus Problemen rauszuhalten und zwei sichere Rennen nach Hause zu bringen. Am Ende hat es mit dem Titel geklappt und ich bin sehr glücklich darüber.“ Den Tagessieg holte sich derweil Lion Florian (KTM) mit einem eindrucksvollen Doppelsieg und sicherte damit auch den dritten Rang in der Meisterschaft. „Ich bin gegen Ende der Saison immer besser in Schwung gekommen“, freute sich der Erdinger. „Die beiden Siege in Gaildorf und hier in Holzgerlingen waren natürlich ein fantastischer Saisonabschluss. Jetzt kann ich mich ganz auf den Einstieg in den ADAC MX Youngster Cup im nächsten Jahr konzentrieren.“ Hinter Florian komplettierten Mike Gwerder (KTM) und Simon Längenfelder (Pfeil Husqvarna Junior Team) das Tagespodium.

ADAC MX Junior Cup 85

Im ADAC MX Junior Cup 85 konnte Camden Mc Lellan (Kosak Racing Team/KTM) seine Führung schon am Samstag im ersten Wertungslauf ausbauen, denn Liam Everts (KTM) war nach einem guten Start bereits in der ersten Kurve zu Boden gegangen und kam trotz einer starken  Aufholjagd nicht mehr über den fünften Rang hinaus. Mc Lellan konnte das Rennen hingegen gewinnen und seinen Vorsprung damit auf 20 Zähler ausbauen. Mit diesem komfortablen Punktepolster hätte Mc Lellan relativ entspannt ins Rennen gehen können, doch der 14-Jährige ist ein echter Racer und legte sich trotz seinem Vorsprung richtig ins Zeug. „Mit dem Doppelsieg hat es zwar nicht ganz geklappt“, grinste der Südafrikaner nach seinem zweiten Rang hinter Laufsieger Everts. „Aber dafür habe ich den Tagessieg und den Titel geholt. Das ist ein richtig guter Abschluss einer super Saison.“

Camden Mc Lellan ( SŸdafrika / KTM / Kosak Racing Team ) und Liam Everts ( Belgien / KTM ) © Steve Bauerschmidt

Auch Everts beendete seine Saison mit dem Laufsieg erhobenen Hauptes. „Gestern im ersten Rennen hatte ich schon den Start gewonnen, bin dann jedoch mit einem anderen Fahrer kollidiert und gestürzt“, ärgerte sich der Belgier. „Deshalb tut der Laufsieg heute doppelt gut, auch wenn ich Camden damit freilich nicht mehr abfangen konnte.“ Platz zwei in der Tageswertung ging an den stark auffahrenden Nick Domann, der in Holzgerlingen gleich zweimal aufs Siegertreppchen fahren konnte.

Constantin Piller durfte sich über den dritten Rang in der Gesamtwertung freuen. Der Bayer konnte in Holzgerlingen zwar nur fünf Punkte sammeln, hatte jedoch genügend Vorsprung um seinen dritten Platz in der Endabrechnung zu behalten.

Text: Harald Englert

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