2018 – Thunder Valley/Colorado Round 3

Ken Roczen und Eli Tomac © GuyB

250:

Die Höhe über dem Meeresspiegel und damit verbundene dünnere Luft machte einigen Fahrern zu schaffen.

Justin Cooper #62 (1-8)

Im ersten Lauf machte er den Holeshot, führte eine Zeit lang mit Joey Savatgy im Schlepptau den Lauf souverän an, die Rundenzeiten der beiden sogar 1 Sekunde schneller als die Zeiten des Restes vom Feld. Cooper merkt man nicht an, dass es erst seine erste richtige Profisaison ist, da er unglaublich abgeklärt fährt und auch auf Druck wenig reagiert.

Nach dem im ersten Lauf dann Joey vorbei war und jeder das Rennen schon für gelaufen hielt, kriegte der Yamahafahrer Cooper dann noch ein Geschenk des Himmels als Savatgys Maschine 2 Runden vor Schluss einfach so den Geist aufgab. Erster Laufsieg in seiner jungen Profikarriere für den 20jährigen  und ein weiterer Grund zum Feiern.  Prinzipiell ist er auch noch krankheitsmäsig angeschlagen und so ist der schlechtere 2. Lauf mit Platz 8 auch kein Weltuntergang.

 

Jeremy Martin #6 (2-1) & Alex Martin #28 (3-2)

Die Gebrüder Martin nahmen in Colorado 4 der 6 möglichen Podestplätze für sich ein. Und auch wenn der ältere Bruder es scherzhaft ausdrückt und ob der rundenlangen Kämpfe mit seinem Bruder sagt, er wäre schlecht beim Überholen, die Erfahrungswerte auf der Strecke sehen mittlerweile anders aus.

Später gibt Alex noch zu verlauten, dass es wohl all das schlechte Karma wäre, das jetzt zurückkommt und das er verursacht hat als er seinen kleinen Bruder früher immer unterdrückt hat 😉

So lustig die beiden sich den Ball bei der Pressekonferenz zugespielt haben, so erbittert aber fair kämpften sie rundenlang auf der Strecke.

Als Sieger in Colorado konnte zwei mal J-Mart hervorgehen, der neben dem Overall sprich Tagessieg auch noch das Red-Plate für den Meisterschaftsführenden bekam.

Solche rundenlangen Duelle wie zwischen den beiden sind ein Genuß für jeden Motocrossfan. Beide mit dem Messer quasi zwischen den Zähnen, aber beide trotzdem noch respektvoll und fair. Wahrscheinlich auch deswegen, weil ihnen sonst Mama die Löffel lang zieht, wenn einer von beiden, den anderen zu hart angeht.

 

Joey Savatgy #17 (DNF-12)

Das hätte sein Wochenende werden sollen, im ersten Lauf lief alles nach Plan. Nach einer halben Runde auf Verfolgerkurs hinter Justin Cooper, ging er später an ihm vorbei und sag lange Zeit wie der ungefährdete Sieger des Laufs aus. 3 Runden vor Schluss kam dann das technische Aus, nach dem das Moped schlapp gemacht hat.

Im zweiten Lauf hatte er so den entscheidenden Nachteil von ganz außen zu starten. Er machte bis zur ersten Kurve das Beste draus und hatte dann das Pech, dass Osborne direkt in seine “Einflugschneise” abdriftete und die beiden in der Folge dieses Crashs dann auch noch das halbe Feld mit zu Boden nahmen.  Von der Strecke zu seinem Speed und vor allem seinem Fahrstil, hätte dieses Wochenende endlich der Anschluss an die Spitze in der Tabelle und in den Rennen erfolgen sollen. So muss sich Savatgy und das Pro Circuit Team wohl noch gedulden und den Weg nach oben hart erkämpfen.

 

Zach Osborne #1 (5-20)

In Lauf 2 in der Startkurve zieht er in einer plötzlicheren Bewegung von innen ein Stück weiter nach aussen um nicht zu eng an die vor ihm einbiegenden Fahrer zu geraten. Tragischerweise rechnete der heranfliegende Joey Savatgy nicht mit dieser unverhofften Bewegung. Zach verletzte sich dabei an der Schulter und der schon lädierte Daumen wird wohl auch nicht besser geworden sein. Er raffte sich auf und nahm nach über einer Minute das Rennen von hinten auf um wenigstens einen wertvollen Meisterschaftspunkt auf Platz 20 zu erkämpfen. Ob er sich größer verletzt hat, wird der Doktor diese Woche wohl feststellen müssen.

 

 

450:

Eli Tomac #3 (1-1)

Bis jetzt kann man keine Schwäche erkennen. Er ist immer stark bis zum Ende, in denen er manchmal noch unheimlichen Speed zeigt. Seine Starts sind immer gut genug um in wenigen Runden die Führung zu übernehmen. Wenn er reinen Speed braucht, kann er die meisten Fahrer um 1 Sekunde und mehr toppen.  Bis jetzt schaut es nach einer sehr langweiligen Saison aus.

Der einzige der eine Herausforderung für ihn ist, ist Kenny, an dem er mal eine längere Zeit im Lauf kauen muss. In beiden Läufen hatte Tomac wenig Probleme sein Top7 Start zu verwandeln und wenige Runden innerhalb des Rennens mit dem Spitzenreiter zu kämpfen. Vor dem Restart des ersten Laufs mit Barcia, nach Restart und im zweiten Lauf wieder mit Roczen. Somit momentan noch eine perfekte Saison für Tomac und es bleibt nur zu hoffen, dass der Rest noch eine oder zwei Schippen drauf legen kann.

Was uns auch gut gefällt, ist der Respekt den Eli für Ken und sein Comeback hat und das man ihm das wirklich einfach anmerkt.

 

Ken Roczen #94 (2-2)

Der Wiedereinstieg in die Outdoor-Meisterschaft lief jedenfalls besser wie geplant. Kenny kommt immer mehr in Fahrt, in Lauf 1 am Ende noch durch Blake Baggett in Bedrängnis geraten und sich gerade über die Zielline gerettet, ging es in Lauf 2 schon wieder einen Tacken vorran und er fuhr einen ungefährdeten  Platz 2 ein.

In beiden Läufen würde man hinterher hauptsächlich vom Duell Tomac gegen Roczen reden, wollte man das Geschehen zusammenfassen. Gefühlt fehlt Kenny noch ein Hauch von Speed und ein bisschen Ausdauer um Tomac zu besiegen oder bis zu m Ende hinter sich zu halten,  aber der Weg ist der Richtige und die weitere Saison verspricht Spannung. Meisterschaftsmäsig 50 Punkte zurück nach 3 Rennen auf Platz 5 und auf dem besten Weg nach vorne durch die Tabelle. Welcome back Ken Roczen. Mittlerweile würde ein Phönix als Markenzeichen gut passen 😉

Seine Hand ist auch immer noch weit weg von 100% und er arbeitet unter der Woche noch stark am Grund-Setup vom Bike.

 

 

Blake Baggett #4 (3-3)

Letztes Jahr hat Blake Baggett die phänomenalste Leistung in Thunder Valley hingelegt, dieses Jahr lief es nicht so krass. Aber seine zwei dritten Plätze beweisen, dass er so langsam zurück ist und auch sein Bike-Setup besser in den Griff kriegt. Im ersten Lauf holt Baggett als erstes den Holeshot des Restarts, musste sich dann von Ken Roczen in einem sehenswerten Überholmanöver passieren lassen nur um in den letzten Runden wieder Aufwind zu kriegen und nochmal richtig anzugreifen.

Das starke Finish führte ihn dann zwangsläufig bis an Kens Hinterrad, den er bis zur Zielflagge knapp verlor. Das Rennen hätte für den KTM-Rider noch 1-2 Runden länger dauern können und er wäre an Ken vorbei gewesen. Nachdem im zweiten Lauf der Führende Justin Barcia Bodenproben entnommen hat, musste sich Blake nur von Eli überholen lassen und kam relativ ungefährdet auf dem dritten Platz rein. Am freien Wochenende wird er wohl bei seinem Buddy Ken Roczen aufs Boot springen hat er ihm schon angedroht.

 

 

Justin Barcia #51 (5-6)

BämBäm ist in den letzten Jahren meist nur einen Teil eines Laufes stark und das hat sich auch nicht großartig geändert. Er könnte manchmal mit den Spitzenreitern mithalten, aber nie über einen ganzen Lauf. So wird er im Rennen nach einiger Zeit nach hinten durchgereicht, weil ihm da einfach die Puste ausgeht. War auch in Colorado so, vor dem Rennabbruch in Lauf 1 sah es zwar 2 Runden nach einem Barcia-Tomac-Showdown aus, nach dem Restart wurde er von Platz 3 auf Platz 5 durchgereicht. Im zweiten Lauf eine Bodenprobenentnahme nach Holeshot seinerseits, ließ ihn aber trotzdem noch auf Platz 6 reinkommen. Solange Barcia den Speed den er hat, keinen ganzen Lauf und keine Meisterschaft konstant durchhalten kann, wird er wohl im Kampf um den Titel nicht mitreden können.

 

 

Marvin Musquin #25 (4-4)

Vom heißen Titelkandidaten in Colorado zum Fahrer, der nicht ganz das Tempo der ersten 3 bei diesem Rennen hatte. Marvin legte Top5 Starts hin, kann sich dahingehend auch nicht beklagen und konnte aber nicht nach vorne agieren und großartig angreifen.

 

Benny Bloss #60 (6-5)

Der größte Fahrer im Feld fährt normalerweise 250er Supercross auf KTM, aber Outdoor die 450er. Musste sich seine guten Finishplätze auch erst verdienen im Kampf mit den anderen Fahrern, ist also nicht so, dass er einfach von Holeshots profitierte. Also absolut verdient und eine starke Leistung.

Weston Peick kriegt also im Kampf um den Anschluss hinter den Schnellsten endlich Konkurrenz. Das wird also ein Kampf der Giganten (Peick ist ja selbst eher die Marke großgewachsener Footballer).

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