Motocross-Legende Willy Bauer im Interview – Teil 1

Willy Bauer

Willy Bauer ist eine deutsche Motocross-Legende. Am Ende der Saison 1973 stand der deutsche Maico-werksfahrer als Weltmeister der 500ccm Königsklasse fest. Er war der erste und wäre der einzige bundesrepublikanische Weltmeister der Geschichte geworden, wenn der Weltverband FIM auf seinem Herbstkongress nicht die Jury-Entscheidung von Sittendorf annulliert hätte. Es geht um den zweiten WM-Lauf des Jahres am 15. April 1973 in Sittendorf (Österreich). Über Nacht gab es über einen halben Meter Neuschnee und die Jury entschied mit einem Mehrheitsvotum, dass das Rennen mit 40 Fahrern am Start nicht abgehalten werden kann. Da der ORF eine TV-Liveübertragung ausstrahlen wollte, entschied man sich, das Rennen dennoch zu starten, jedoch ohne Wertung für die WM. Es starteten nur wenige Piloten, die tschechoslowakischen, sowjetischen und österreichischen Fahrer. Damals wurden 20 Läufe ausgetragen und 9 gestrichen. Am Saisonende im August 1973 war Willy Bauer Weltmeister vor Roger De Coster. Beim Herbstkongress der FIM im Oktober 2019 wurde das Saisonergebnis nicht homologisiert, die Jury-Entscheidung von Sittendorf für nichtig erklärt. Das hatte Auswirkungen auf die Streichresultate und den Ausgang der WM, denn es wurden andere Rennen gestrichen. Willy Bauer hatte 1973 die meisten Siege, aber auch zahlreiche Ausfälle. De Coster war über die Saison der konstantere Fahrer, ihm spielte die Wertung von Sittendorf in die Karten. Bauer verlor seinen WM-Titel und Roger De Coster wurde am grünen Tisch zum Weltmeister des Jahres 1973 erklärt.

Interview von Thoralf Abgarjan
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