Michael Spacek Memorial Moto-Cross Holice

Podium MX1 - Martin Michek, Tom Koch, Mike Stender, Petr BARTOŠ und Petr MICHALEC

Tom Koch und Filip Neugebauer sind die Tagessieger

Zur Erinnerung an den nun vor zehn Jahren bei einem Rennunfall tödlich verunglückten Michael Spacek, hatte sein Vater, Stanislav Spacek zu einem Rennen in den Klassen MX1 und MX 2 eingeladen. Bereits am Samstag trafen sich die Veteranen, die aber unter dem Regen zu leiden hatten, um ihre Rennen mit den Classic Maschinen auszutragen. Am Sonntag wurde den knapp 3000 Zuschauer spannender Moto Cross Sport geboten.

Auf der ehemaligen WM Strecke in Holice, die nun zum größten Teil im Besitz des Goldfren Chefs Stani Spacek ist, wurde ein Moto Cross Kurs ausgesteckt, der mit seinen nach außen hängenden Kurven, Schrägauffahrten und einer Startgeraden die steil bergauf geht, technisches Geschick verlangte.

Stani Spacek bedankt sich bei Fahrern und Besuchern.

Dagegen wurde auf große Sprünge oder unfallträchtige Elemente weitgehend verzichtet. Dafür hatte Stani Spacek eine logische Erklärung:

“Ich möchte nicht die Fahrer hierher einladen, damit sie gesundheitlichen Schaden nehmen. Es geht vielmehr um die Erinnerung an Michael und dass alle Teilnehmer und die Zuschauer Spaß haben und wieder gesund nach Hause fahren können.“

Um die Rennen etwas spannender zu machen war eine „Joker Line“ eingeplant. Das ist ein etwa 300 Meter langer Slalom neben der Strecke zum Ziel hin, der in jedem Rennen einmal durchfahren werden musste. Wurde das in der Hitze des Gefechts vergessen, gab es eine Zeitstrafe von 30 Sekunden. Da aber die Durchfahrt nicht in der letzten Runde sein durfte, war Taktik und Rennübersicht durch die Helfer wichtig.

Tom Koch

In der MX1 wurden die deutschen Farben durch Tom Koch, KTM Sarholz Racing, und Mike Stender, Kosak KTM Racing Team vertreten. Da es bis zum Samstagmittag noch geregnet hatte, war der Boden am Sonntag gut gewässert, aber aufgeweicht. Der komplette Parcours war auch auf der Startgeraden nicht gegrubbert oder anderweitig bearbeitet. Also im wahrsten Sinne  eine Natur pur Strecke, die das ganze Jahr über als Schafweide in Verwendung ist. Daher war es im freien Training noch rutschig, bis sich eine Spur ausgefahren hatte die es zu treffen galt. Im Zeittraining waren es dann Koch und Stender die sich mit Martin Michek, CZE, ein Battle um die schnellste Rundenzeit lieferten. Am Ende hatte sich Tom Koch mit nur 0,242 sec gegen Mike Stender durchgesetzt. Zum ersten Lauf war es Petr Bartos, CZE, der das Feld die Startauffahrt hinauf anführte.

Start MX1

Doch schon in der ersten Runde übernahm Koch das Kommando und behielt auch nach der ordnungsgemäßen Durchfahrt der „Jokerline“ die Führung.

Mike Stender

Stender hatte den Start etwas versiebt und kam erst als Elfter aus der ersten Runde zurück.

Koch vs. Stender

Aber schon nach vier Durchgängen über die Wiese kam er als Zweiter daher und attackierte Koch. Nur 1,36 Sekunden hinter Koch kreuzte er die Ziellinie vor Michek, der nach Bodenkontakt das Feld von hinten aufrollen musste. Im zweiten Heat verpasste Tom Koch erneut den Holeshot, stellte aber schon in der zweiten Runde die Ordnung wieder her. Allerdings gab es bis zum Sieg ein spannendes Duell, mit mehreren Positionswechseln mit Martin Michek. Mike Stender hatte offenbar Gefallen daran, als Elfter zu starten, um nach Duellen mit Michek erneut nur 1,33 Sekunden hinter Koch die Ziellinie zu queren. Auch im dritten Durchgang blieb der Holshot bei den einheimischen Fahrern.

Tom Koch

Koch kam zwar erneut als Erster aus der ersten Runde zurück, kam aber etwas aus dem Rhythmus und verlor die Führung. Bei einer Attacke auf den Führenden fuhr er an das Hinterrad und kam aus dem Gleichgewicht. Von Platz vier aus und unter Beachtung der Jokerline kam er drei Sekunden hinter Michek als Zweiter ins Ziel. Mike Stender hatte sich schon auf den dritten Platz nach vorne gekämpft, ehe er bei einem weiteren Überholversuch zu Boden musste und das Rennen als Fünfter beenden konnte. Nach der Addition aller drei Rennen, holte sich Tom Koch den Tagessieg vor Martin Michek und Mike Stender. Beide KTM Fahrer waren für die Einladung dankbar und haben sich lobend über die Veranstaltung geäußert.

„ Es war eine schöne Erinnerung an Michal und für uns eine sehr gutes Powertraining für das Wochenende in Holzgerlingen“, so der einstimmige Tenor.

Filip Neugebauer setzt sich in der MX 2 durch

Filip Neugebauer

Die Siegprämiene für die drei MX2 Rennen bleiben auf den Podiumsplätzen im Land. Alle drei Rennen waren eine klare Angelegenheit der auch bei uns bekannten Filip Neugebauer und Martin Krc.

MX2 Race

Als Dritter stieg Simon Jost mit auf das Podest. Die Deutschen Farben wurden von der jungen Amazone Alexandra Massury und Jason Gerlach vertreten.

Alexandra Massury kämpft

Mit großem Einsatz und Kämpferherz sicherte sich die Berchtesgadenerin mit der 125 ccm Sarholz KTM die separate Damenwertung.

Die für Samstag geplanten Classic Rennen wurden durch Regen eingebremst

Rangelov, Faber, Falta

Es sollte ein Treffen der Legenden werden. Denn wenn auch nur als Besucher waren die großen Namen des tschechischen Moto Cross Sport der Einladung gefolgt. Jaroslav Falta, Miroslav Halm, Zdenek Velkey, Jiri Churavy und Antonin Baborovsky und auch Dimitar Rangelov standen im Fokus der Autogrammjäger.

Dimitar Rangelov

Rangelov ließ es sich aber nicht nehmen, eine Demorunde auf seiner Husqvarna zu drehen.

Auch Rolf Dieffenbach hatte sein Kommen bei dem „Tag der Legenden“ in Reil zugesagt. Durch seinen unerwarteten Unfalltod konnte nur noch Seiner gedacht werden.

Durch Dauerregen von Freitagnacht bis Samstagmittag zogen es vielen der angemeldeten Fahrer vor, ihre “Schätzchen“ erst gar nicht abzuladen oder traten gleich wieder die Heimreise an. So waren am Ende nur knapp dreißig wenige der Wagemutigen in den verschiedenen Klassen unterwegs, bis es zum kompletten Abbruch der Rennen kam.

Dimitar Rangelov, Mike Steuder, Jaroslav Faltea

Da es ja Rennen gab, wenn auch teils nur einen Lauf, wurden die Siegerehrungen, die aus deutscher Sicht sehr erfolgreich waren, von Jaroslav Falta und Dimitar Rangelov durchgeführt. Für manch einen hatte der Händedruck gleich viel Wert wie der Pokal.

Ergebnisse

Classic-Veteranen               MX1-MX2

Text: Dieter Lichtblau
Fotos: Stefan Lichtblau

 

 

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