
SX Dortmund liegt hinter uns.
Eine der größten Supercross-Veranstaltungen Europas, packendes Racing, volle Halle – und für mich weit mehr als nur ein Rennwochenende. Denn dieses SX begann lange bevor das erste Motorrad in der Westfalenhalle gestartet ist. Es begann auf der Schiene.

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Akkreditierung, Vorfreude – und die erste Nervenschlacht
Noch vor der Anreise hieß es zittern: Akkreditierung bestätigt oder nicht?
Die Zusage ließ auf sich warten, die Planung stand trotzdem. Hotel gebucht, Zugverbindung reserviert – bewusst mit der Bahn. Der angekündigte Schneesturm machte die Entscheidung leicht: lieber Chaos auf Gleisen als Risiko auf der Autobahn.
Freitag – Anreise im Ausnahmezustand
4:15 Uhr. Wecker.
5:10 Uhr Straßenbahn.
6:00 Uhr Abfahrt Richtung Dortmund – über Hannover.
Der Start lief überraschend reibungslos. Bis Peine. Dort endete die Bewegung. Fünf Stunden Stillstand, kein Meter vor, kein Meter zurück. Hannover war komplett dicht. Schließlich die Durchsage: Der Zug endet vorzeitig. Weiterfahrt nach Dortmund nicht möglich.

Für viele war an diesem Punkt Schluss. Für mich nicht. Aufgeben war keine Option.
Was folgte, war Bahnfahren auf Endgegner-Niveau: Umleitungen, Rückfahrten, neue Verbindungen. Über Magdeburg, Halle, Erfurt – am Ende saß ich wieder im selben Zug, in dem ich zuvor schon Stunden verbracht hatte. Nur mit neuen Problemen: defekte Türen, ausgefallene Lüftung, schließlich Räumung des Abteils aus Sicherheitsgründen.
In Halle dann Sprint mit Gepäck durch den Bahnhof, um den ICE nach Erfurt noch zu erwischen. Vollständig überfüllt, keine Ruhe, kein Platz – aber endlich Bewegung.

Ab Erfurt geschah das Unfassbare: vier Stunden ganz normale Zugfahrt.
Um 20 Uhr, nach insgesamt 13 Stunden unterwegs, saß ich im Bordbistro, trank ein Bier und schaute den Livestream aus Dortmund. Ironischer geht es kaum.
Ankunft, Erschöpfung – und leise Gedanken
Freitagabend endlich Dortmund.
Ankommen. Abschalten. Schlafen.
Rückblickend war es vielleicht gar nicht schlecht, an diesem Tag nicht in der Halle gewesen zu sein. Nach einem schweren Zwischenfall im Laufe der Veranstaltung lag spürbar Nachdenklichkeit in der Luft. Solche Momente erinnern daran, dass Motocross trotz aller Faszination ein Hochrisikosport bleibt.
Samstag – Dafür macht man diesen Job

Der Samstag verlief nahezu perfekt.
Top Racing, starke Stimmung, volle Konzentration. Gute Fotos. Genau diese Tage sind es, für die man den Aufwand, die Reisen und manchmal auch das Chaos in Kauf nimmt.
Sonntag – Bahnroulette, Runde zwei
Sonntagmorgen dann die nächste Nachricht: Der gebuchte Rückreisezug fällt aus.
Alternative suchen, früher los, weniger Zeit in der Halle. Es half nichts.
Geplante Route: Dortmund – Hannover – Wolfsburg – Magdeburg.
Bis Wolfsburg lief alles. Dann: Zugausfall. Wieder raus. Bahnhof. Kälte. Ratlosigkeit. Taxi? Bus?
30 Minuten später die nächste Durchsage: Der Zug fährt doch.
Also wieder rein. Laptop raus. Bilder sichten. Hoffnung.
Kurz vor Stendal: Notbremsung.
Dann Stillstand. Dunkelheit. Keine Heizung. Kein Licht. Keine Informationen. Mitten im Nirgendwo, Schnee, Nacht. Die Szenerie hatte etwas von einem Horrorfilm.

Gedanken kamen auf, die man in solchen Momenten lieber nicht denkt. Aber mit Koffer durch tiefen Schnee war klar: keine Option.
Irgendwann setzte sich der Zug wieder in Bewegung, schleppte sich bis Stendal. Von dort weiter nach Magdeburg – endlich ein Zug, der einfach funktionierte.
23:44 Uhr. Ankunft.
Fazit
SX Dortmund war für mich mehr als Racing.
Es war ein Wochenende voller Realität, Durchhaltevermögen und Perspektivwechsel. Und trotzdem – oder gerade deshalb – bleibt am Ende das Gefühl: Es hat sich gelohnt.
Danke an das Motocross Magazin und das BUYMX YAMAHA Team für diese Möglichkeit. Trotz aller Umstände war es wieder eine Erfahrung, die bleibt.
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