Supercross Stuttgart: Desprey wird König, Pietre bleibt Prinz
Vor ausverkaufter Schleyer-Halle sicherte sich Maxime Desprey beim 42. ADAC Supercross Stuttgart den Titel „König von Stuttgart“. Jules Pietre verteidigte in der SX2 seinen Vorjahrestitel als „Prinz von Stuttgart“.
Der 42. ADAC Supercross Stuttgart lockte am 6. und 7. November insgesamt 16.950 Fans in die ausverkaufte Schleyer-Halle. Maxime Desprey sicherte sich dort verdient die Krone als „König von Stuttgart“. Der 33-jährige Franzose entschied die SX1-Finalläufe am Freitag und am Samstag jeweils klar für sich.
Maxime Desprey: „Es war ein perfektes Wochenende für mich. Ich habe mich sehr wohl gefühlt auf dem Bike und auf der Strecke“

Auf dem Siegerpodest stand Desprey nicht zum ersten Mal: 2023 hatte er den Titel in der SX2 geholt. In der Königswertung folgten auf den Plätzen zwei und drei der US-Amerikaner Ryan Breece (König von Stuttgart 2019) und Adrien Escoffier aus Frankreich.
Für Nico Koch (Braunschweig), die große deutsche Hoffnung, verlief das Wochenende wechselhaft. Im Qualifying überzeugte er, in beiden Finalrennen warf ihn jedoch jeweils ein Sturz zurück, sodass eine bessere Platzierung ausblieb. Am Ende stand Rang acht in der Gesamtwertung. Stefan Ekerold (Saarland) und Lokalmatador Mark Scheu (Grabenstetten) scheiterten an beiden Tagen im Hoffnungslauf und verpassten damit das SX1-Finale. Scheu übte im Abschlussinterview Selbstkritik, zeigte sich aber zufrieden damit, dass er sich von Freitag auf Samstag sichtbar gesteigert hatte.
SX2: Pietre feiert erneut den Gesamtsieg
In der SX2 sicherte sich Jules Pietre (Frankreich) mit starken Auftritten an beiden Renntagen den Titel „Prinz von Stuttgart“. Im Gesamtklassement landeten sein Landsmann Mickael Lamarque und der US-Amerikaner Jesson Turner hinter ihm.
Jules Pietre: „Es ist unglaublich, ich bin sehr glücklich“

So strahlte Pietre bei der Siegerehrung und dankte den Stuttgarter Fans für die tolle Stimmung.
Bei den Prinzen überzeugten auch zwei Deutsche: Noah Ludwig (Aschersleben) wurde Vierter, Lokalmatador Paul Bloy (Biberach) Fünfter. Beide zogen an beiden Abenden ins Finale ein. Am Samstag kostete Ludwig ein Sturz in der ersten Runde ein besseres Resultat. Bloy hatte im Endlauf am Freitag zwischenzeitlich sogar geführt, konnte das hohe Tempo aber nicht halten und fiel zurück. Als dritter Deutscher erreichte Oskar Romberg (Hilbeck) am Freitag das Finale. Am Samstag lag er im Hoffnungslauf auf aussichtsreichem zweitem Rang, wurde dann aber vom schon überrundeten Franzosen Liam Bruneau unfair ausgebremst.
Next Klasse: Bergmann dreht den Spieß um
Pius Bergmann stürzte am Freitag und wurde Letzter, am Samstag aber gewann er die Next Klasse.
Pius Bergmann: „Gestern war es etwas frustrierend, dass ich nicht zeigen konnte, was ich kann. Heute habe ich direkt nach dem Start einen guten Flow gefunden“

Das ganze Rennen über führte der junge Supercross-Pilot allein. Mehr Spannung bot der Zweikampf dahinter: Kimi Schmidt hielt Rang zwei gegen die Angriffe von Carl Massury. Die seit 2025 bestehende Klasse SX Next gibt deutschen Nachwuchsfahrern zwischen 14 und 25 Jahren die Chance, unter echten Wettkampfbedingungen Erfahrung zu sammeln. Stuttgart und das ADAC Supercross Dortmund haben eine gemeinsame Wertung für den Gesamtsieger des „ADAC SX Next Cup“.
SX5: Ehrlich gewinnt von vorn bis hinten
In der Nachwuchsklasse SX5 starten die Talente in Stuttgart auf Elektro-Bikes. Bei den Jüngsten zwischen sechs und neun Jahren gewann Luis Ehrlich vom MC Jauer nach acht Runden. Er leistete sich keinen Fehler und fuhr ungefährdet vom Start bis ins Ziel. Leonie Berger (MSC Bühlertann), das einzige Mädchen im Feld, wurde Zweite. Den dritten Platz sicherte sich Carl Rosam (AMC Frankenthal), der kurz vor dem Ende an Willi Ortmann (MSC Bühlertann) vorbeiging. Die SX5 fährt am Samstag, die SX4 zeigt sich einen Tag früher. Dort holte der Reutlinger Ben Maier den ersten Platz vor Fritz Siegle (MSC Wieslauftal) und Melvin Gohlke (MC Moorgrund).

Freestyle-Show mit spektakulären Sprüngen
Traditionell gehört die Freestyle-Show zu den Höhepunkten und beschließt an beiden Abenden das Programm. Adam Jones (USA), achtfacher X-Games-Medaillengewinner, zeigte sein Können und brachte gemeinsam mit den Tschechen Radek Bílek und Filip Podmol sowie Marcin Lukaszczyk (Polen) die Schleyer-Halle zum Beben. Neu dabei war Andi Brewi: Der beste Freestyle-Moderator im deutschsprachigen Raum sorgte für Stimmung und erklärte dem Publikum fachkundig die Tricks.
Die Gesamtergebnisse
SX1 „König von Stuttgart“: 1. Maxime Desprey (Frankreich), 2. Ryan Breece (USA), 3. Adrien Escoffier (Frankreich)

SX2 „Prinz von Stuttgart“: 1. Jules Pietre (Frankreich), 2. Mickael Lamarque (Frankreich), 3. Jesson Turner (USA)
SX4: 1. Ben Maier (1. RMC Reutlingen), 2. Fritz Siegle (MSC Wieslauftal), 3. Melvin Gohlke (MC Moorgrund)
SX5: 1. Luis Ehrlich (MC Jauer), 2. Leonie Berger (MSV Bühlertann), 3. Carl Rosam (AMC Frankenthal)
Fotos: © Jens Körner
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