Interview mit MX2-Weltmeister Simon Längenfelder!

Interview mit Simon Längenfelder
Simon Längenfelder in Lommel

Wir hatten die Möglichkeit ein ausgiebiges Interview mit dem amtierenden MX2-Weltmeister Simon Längenfelder/Red Bull KTM Factory Racing zu führen. Dabei haben wir einige neue Dinge erfahren.

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  • Wie sieht eine gewöhnliche Woche bei Simon Längenfelder nach einem GP aus?

Wenn wir Back to Back GP`s haben, also wenn man wirklich wenig Zeit hat, versucht man sich so gut wie möglich zu erholen, alles sauber zu bekommen und alles entpackt zu bekommen. Dienstags mache ich ein ruhiges Training, Mittwochs geht es dann aufs Bike. Donnerstag geht es dann ja schon wieder los zum nächsten GP. Also da ist wirklich nicht viel Zeit.

  • Wie viele Motorräder hast du bei Dir daheim und wie wird das Racebike vorbereitet?

Mein Racebike wird im Werk vorbereitet, die Mechaniker machen einen sehr guten Job, es passt immer alles.

Interview mit Simon Längenfelder
Starttraining am Freitag
  • Einfluss auf deine Karriere, wer oder welcher Trainer hatte den größten Einfluss auf deine Karriere und wer war dein Vorbild, sofern es eines gab?

Vorbild würde ich mal sagen früher Jorge Prado, weil er wirklich einen geilen Style hatte. Ich fand es einfach super wie er auf dem Bike gefahren ist, mit den Füßen, mit den Ellbogen, wie agil er auf dem Bike war, da habe ich auf jeden Fall immer hoch geschaut. Trainertechnisch ist es immer eine schwierige Sache, aber ich würde sagen, dass die De Carli-Familie da für mich auf jeden Fall den größten Unterschied gemacht hat!

  • Mentale Stärke, Du warst wieder auf dem Podium, dazwischen gab es Rennen mit denen du nicht so zufrieden warst, woran lag es und wie gehst du mit solchen Momenten um, die ja keinem ambitionierten Racer gefallen?

Ja, es ist normal wenn Du dir jedes Jahr die Rennen anschaust von mir gibt es Momente wo man mal mehr struggelt und dann geht es wieder hoch. Man muss dann schauen woran es liegt, da gibt es so viele Möglichkeiten. Am Motorrad, am Training, am Umfeld und so weiter, man muss alles optimieren. Dann macht man das und kann sich wieder raus ackern.

Interview mit Simon Längenfelder
Top Start für Simon
  • Gibt es nach einem Rennen immer Analysen?

Nicht nach jedem Rennen analysieren wir alles, es kommt halt darauf an wie ich mich fühle, was ich gerne wissen möchte, wer mich wann wie unterstützen kann, es ist immer unterschiedlich.

  • Was ist dein Lieblingsgericht?,

Mein Lieblingsgericht, machen wir halt einfach, Spaghetti Carbonara.

  • Wie bereitest du Dich am Renntag auf die Rennen vor, wie ist in der Regel der Ablauf?

In der MX2-Klasse hat man immer gut getrennte Rennen, da ist alles immer mit dem Essen geregelt, die richtige Zeit davor isst, dass man genug Zeit zum verdauen hat und auch sich allgemein einfach ausruht. Mal abschalten kann, Pläne für jede Session macht und diese danach auch analysiert, es ist schon viel dabei, schwierig genau darauf einzugehen.

Interview mit Simon Längenfelder
P3 für Simon in der Tageswertung in Lommel
  • Wie stressig ist ein GP Wochenende für Dich, wie wichtig sind die Fans und kannst Du Dich unproblematisch auf einem GP bewegen oder schreibst Du nur Autogramme?

Es gibt GP`s die stressiger sind und welche die nicht so stressig sind, bei den meisten gut besuchten GP`s ist wirklich viel los. Man kann gar nicht mehr raus gehen Undercover und nicht erkannt werden, man muss immer mal ein Bild hier und da machen, das macht man ja auch gerne und man hat Autogrammstunden. Ich lasse mich auch im Zelt blicken und versuche viele happy zu machen, alle kann man nicht happy machen. Viele bekommen schon ihr Autogramm, Karte, Aufkleber, was auch immer.

  • Wie darf sich der allgemeine Hobbycrosser das Leben eines Werkspiloten vorstellen, die Bikes stehen bereit, ist klar, hast Du einen Fitnesstrainer, der Dir sagt wann und wo oder das Team wo oder wann trainiert wird?

Viele stellen sich das immer so vor, dass alles ultra professionell vorbereitet ist und ultrakrass geplant, also würde ich jetzt nicht sagen, dass alles so top durchgeplant ist, man ist auch ein komplett normaler Mensch, macht seine Trainings, hat mal auch seine schlechten Tage, wo man darauf eingehen musst. Ich habe meine Coaches, mein Team mit dem man natürlich immer in Kontakt ist und versucht alles so gut wie möglich durchzuplanen, alle Tests, alle Trainings.

Interview mit Simon Längenfelder
Simon kann wieder Weltmeister werden
  • Deine Flüge sind gebucht, die Hotels und die Transfers sind geregelt, Klamotten liegen bereit, oder machst du das selber?

Klar muss ich auch noch alles selber machen, mit meiner Freundin zusammen, wir schauen immer was die besten Flugmöglichkeiten sind. Das Team regelt, dass wir auch immer in guten Hotels sind, es alles richtig passt. Man muss selber noch seine Sachen vorbereiten, waschen, packen, usw. . Es gibt natürlich immer viel Hilfe dabei mittlerweile, aber man hat selber noch viel zu tun.

  • Gibt es im WM-Fahrerlager Freundschaften oder seid ihr alle sehr fixiert und jeder macht sein Ding für sich?

Ich würde sagen, dass es schon Freundschaften gibt, jetzt nicht jeder mit jedem, manche sind mehr befreundet. Ich halte meinen Kreis etwas kleiner, aber ich bin auch mit ein paar Jungs im Fahrerlager befreundet und freue mich jedes Wochenende im Fahrerlager zu sein und die Leute zu sehen, es macht auf jeden Fall Spaß!

Fotos: Grietje Van Gorp

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