Nicolai Skovbjerg: Dänischer Youngster-Cup-Champion im Interview

Nicloai Skovbjerg war in dieser Saison eindeutig der schnellste Fahrer im ADAC MX Youngster Cup
Nicloai Skovbjerg war in dieser Saison eindeutig der schnellste Fahrer im ADAC MX Youngster Cup

Zum zweiten Mal in Folge geht der Titel im ADAC MX Youngster Cup nach Dänemark: Nicolai Skovbjerg sicherte sich die Meisterschaft vorzeitig. Im Interview spricht er über seine Erfolgsformel, seine Anfänge und den Wechsel ins Ducati Werksteam.

München. Ein Däne triumphiert im ADAC MX Youngster Cup, und das schon das zweite Jahr hintereinander. Nicolai Skovbjerg legte in dieser Saison nochmals eine Entwicklungsstufe zu, sein purer Speed war für die Konkurrenz kaum zu knacken. Obwohl ihm zu Saisonbeginn mehrere schlechte Starts unterliefen, stand er vorzeitig als Meister fest. Auch in der Europameisterschaft überzeugte er als Vizemeister, wofür er für 2027 einen Vertrag im Ducati Werksteam in der MX2-Weltmeisterschaft erhielt.

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Im Interview erklärt Skovbjerg, worauf sein Erfolg beruht und warum er sich an seine ersten Motocross-Schritte kaum noch erinnert.

Die Saisonbilanz

Herzlichen Glückwunsch zum Gewinn des ADAC MX Youngster Cup! Wie fällt die Saisonbilanz aus?

Nicolai Skovbjerg: „Mein persönliches Ziel war es, zumindest um die Meisterschaft mitzukämpfen. Dass ich den Titel schon bei der vorletzten Veranstaltung in Vellahn klarmachen würde, hätte ich so nicht erwartet. Ich wusste, dass ich vorne mitmischen kann, deshalb bin ich einfach total glücklich, dass ich es so früh geschafft habe.“

In Vellahn sicherte Skovbjerg bereits bei der vorletzten Veranstaltung die Meisterschaft
In Vellahn sicherte Skovbjerg bereits bei der vorletzten Veranstaltung die Meisterschaft

Was den Unterschied machte

Schon in den Vorjahren gehörte Skovbjerg zu den Schnellsten, doch im Winter scheint ihm ein großer Sprung gelungen zu sein. Was war entscheidend?

Nicolai Skovbjerg: „Ich habe einiges verändert: das Motorrad, das Team und so weiter, das wirkt sich natürlich auch auf die Performance aus. Aber ich denke, am wichtigsten war, dass ich jetzt die Starts in den Griff bekommen habe, zumindest gegen Ende der Saison. Der Speed war schon immer da. Schon vergangenes Jahr war ich in Fürstlich Drehna nach dem Start ungefähr Zwanzigster und habe am Ende trotzdem einen der Läufe gewonnen. Aber es ist viel einfacher, wenn man nach dem Start direkt in den Top Ten liegt. Der Start macht einen großen Teil aus, aber natürlich hat sich auch mein Speed seit letztem Jahr noch etwas weiterentwickelt.“

Gab es ein einzelnes fehlendes Puzzleteil, oder war es eine Mischung, bei der alles ein wenig besser wurde?

Nicolai Skovbjerg: „Ich glaube, es ist die Mischung und ich bin einfach überall ein bisschen besser geworden. Ich habe das Gefühl, dass ich in diesem Jahr auch körperlich deutlich besser bin. Nicht, weil ich letztes Jahr schlecht war, sondern weil ich einfach auf dem aufgebaut habe, was ich bereits hatte.“

Vom Laufrad zur Rennstrecke

Wie kam Skovbjerg zum Motocross?

Nicolai Skovbjerg: „Mein Vater hatte da sicher Einfluss. Er ist früher selbst ein bisschen gefahren, bis er sich schwerer verletzt hat. Danach wurde er Trainer und ich war ständig mit an der Strecke. Mir wurde gesagt: Sobald ich ohne Stützräder Fahrrad fahren könne, bekäme ich mein erstes Motorrad. Ich kann mich selbst gar nicht mehr daran erinnern, aber meine Eltern haben mir erzählt, dass ich eines Tages ohne Stützräder angefahren kam und gesagt habe: ‚Jetzt kann ich mein Motorrad bekommen.‘ Ich habe bereits mit zwei Jahren und zehn Monaten mit Motocross angefangen, richtig jung.“

Selbst ein Teamwechsel vor Tensfeld hielt seinen Vorwärtsdrang nicht auf
Selbst ein Teamwechsel vor Tensfeld hielt seinen Vorwärtsdrang nicht auf

Und wie ging es in der Rennkarriere weiter?

Nicolai Skovbjerg: „Eigentlich war nie geplant, Rennen zu fahren. Es hieß einfach: ‚Lass uns mal ein Rennen ausprobieren‘, dann sind wir zum nächsten gefahren, und ich glaube, danach ist es bei den meisten von uns die gleiche Geschichte: Ich bin immer größere Rennen gefahren, viel in der dänischen Meisterschaft und dann auch einige EMX-Rennen auf der 65er. Ab der 85er bin ich auch in den ADAC-Meisterschaften gestartet. Ich fahre hier also schon echt lange.“

Das ADAC MX Masters aus Fahrersicht

Welchen Stellenwert haben das ADAC MX Masters und seine Nachwuchsklassen für junge Fahrer, und wie wichtig sind sie im aktuellen Kalender?

Hinter einem schnellen Fahrer steht auch immer ein gutes Team
Hinter einem schnellen Fahrer steht auch immer ein gutes Team

Nicolai Skovbjerg: „Es ist eine schöne Rennserie. Ich mag sie sehr, auch weil man ein bisschen Geld zurückbekommt. Hier wird einfach etwas mehr für die Fahrer getan als in anderen Serien. Und die Rennen sind wirklich gut organisiert. Die Fahrer hier sind stark, und insgesamt ist es einfach eine richtig gute Veranstaltung, finde ich. Es ist auch deshalb toll, weil es nicht leicht ist, beim ADAC vorne zu landen. Hier fahren einige der Top-Ten-Fahrer aus der EMX mit, und man muss in absoluter Topform sein, um zu gewinnen.“

Prägende Weggefährten

Wer hat Skovbjergs Entwicklung als Fahrer entscheidend beeinflusst?

Nicolai Skovbjerg: „Ich war lange beim Wozniak MX Racing Team, ich glaube fünf Jahre, und mein Trainer Emil Larsson begleitet mich, seitdem ich 17 Jahre alt bin. Dazu kommen viele langjährige Sponsoren, die mich fast schon seit meinen Anfängen unterstützen, und natürlich meine Eltern. Mein Umfeld besteht also größtenteils aus denselben Leuten, auch wenn es hier und da natürlich ein paar kleine Veränderungen gab.“

Das Saison-Highlight in Dreetz

Welche Veranstaltung des ADAC MX Masters war 2026 der Höhepunkt der Saison?

Nicolai Skovbjerg: „Das ist schwer zu sagen, aber ich glaube, Dreetz. Dort hatte ich schlechte Starts und bin trotzdem in den Läufen Zweiter, Zweiter und Erster geworden. Ich erinnere mich noch jetzt an ein paar Kurven in den letzten Runden, in denen ich überholt habe. Im dritten Lauf bin ich gestürzt, habe mich dann aber wieder nach vorne gearbeitet und unter anderem Fredsoe überholt. Ich dachte danach eigentlich, Smulders wäre zu weit vorne, und dann haben sie mir im Ziel gesagt, dass ich den Lauf und damit auch die Veranstaltungswertung gewonnen habe. Ich konnte es nicht glauben. Aber insgesamt lief es die ganze Saison über gut.“

Der Wechsel zu Ducati

Kommende Saison fährt Skovbjerg für das Ducati-Werksteam. Wie lief die Zusammenarbeit mit dem SixtySeven Racing Team nach dem Wechsel zur Saisonmitte?

Nicolai Skovbjerg: „Ich bin wirklich glücklich mit dem SixtySeven-Team und mit allem, was sie in so kurzer Zeit nach meinem Wechsel für mich getan haben. Der Hauptgrund für meinen Wechsel in ein echtes Werksteam ist vor allem finanzieller Natur, denn Marcus und sein Team sind großartig und wissen genau, was sie tun. Ich möchte mich einfach beim ganzen Team und bei allen, die hinter mir stehen, bedanken. Ich habe im Moment ein richtig gutes Umfeld, und alle tun, was sie können, das motiviert mich auch, weiter hart zu arbeiten.“

Fotos: © ADAC MX Masters

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